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2. Februar 2022 13:42

Ansteigender Tabakkonsum: Jetzt die Jugendlichen sch√ľtzen

Eine 2021 durchgef√ľhrte Studie zeigt, dass der Anteil der jugendlichen Rauchenden in der Schweiz stark angestiegen ist. Dieser Anstieg h√§ngt auch damit zusammen, dass die Tabakindustrie Kinder und Jugendliche in der Schweiz bewerben darf.

Verdoppelung des jugendlichen Raucheranteils

Eine im Jahre 2021 durchgef√ľhrte Studie der Z√ľrcher Hochschule f√ľr angewandte Wissenschaften (ZHAW)[1] zeigt, dass sich seit 2016 der Anteil der 14-j√§hrigen w√∂chentlich Rauchenden mehr als verdoppelte: von 2 auf 5 Prozent. In der Altersgruppe der 16- bis 17-J√§hrigen stieg der Anteil von 18 auf 22 Prozent.

‚ÄĚZahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass Tabakwerbung bei Kindern und Jugendlichen wirkt. Diejenigen, die der Tabakwerbung ausgesetzt sind, weisen eine h√∂here Wahrscheinlichkeit auf, dass sie mit dem Rauchen beginnen. Diese aktuellen Zahlen sind erschreckend‚ÄĚ, so Kinderarzt Professor Dr. med. Alexander M√∂ller.

Gezielte Werbeeinschränkungen

Die Werbung spricht bewusst psychologische Bed√ľrfnisse von Jugendlichen an, wie Erfolg, Gruppenzugeh√∂rigkeit und positive Selbstwahrnehmung. Die Tabakwerbung hat vor allem zum Ziel, neue Rauchende zu gewinnen sowie den Markt f√ľr die stark abh√§ngig machenden Nikotinprodukte zu erweitern.

Jugendliche und junge Erwachsene werden gem√§ss einer Datenerhebung zu Marketingstrategien f√ľr Tabakprodukte[ 2], w√§hrend einem Wochenendtag mit Ausgang am Abend insgesamt 68 Mal mit tabakfreundlichen Reizen konfrontiert: beispielsweise an Kiosken, durch Werbung auf Zigarettenautomaten oder auch auf Bildschirmen. In den sozialen Medien wird Tabakwerbung gezielt an Jugendliche gestreut.

Damit der Jugendschutz wirksam wird, ben√∂tigt es neben dem Verkaufsverbot auch ein Verbot, der Tabakwerbung, die Jugendliche erreicht. Wenn an Minderj√§hrige keine Tabakprodukte verkauft werden d√ľrfen, dann darf die Tabakwerbung Kinder und Jugendliche konsequenterweise auch nicht erreichen.

JA zu einem wirksamen Jugendschutz

Der Gegenvorschlag ist eine Alibi√ľbung: Genau jene Werbearten, die besonders viele Jugendliche erreichen, w√§ren weiterhin erlaubt: Werbung in Gratiszeitungen, an Kiosken, im Internet und damit in allen sozialen Medien sowie an Festivals ‚Äď also genau dort, wo Jugendliche unterwegs sind. Auch das Verteilen von Werbegadgets (die oft Jugendliche erreichen) w√§re weiterhin zugelassen. Mit dem aktuellen Gegenvorschlag k√∂nnten sich nebst den herk√∂mmlichen Tabakprodukten zudem die f√ľr Minderj√§hrige attraktiven elektronischen Zigaretten auf dem Markt weiter durchsetzen.


[1] Die 2021 durchgef√ľhrte Studie der Z√ľrcher Hochschule f√ľr angewandte Wissenschaften (ZHAW) wurde im Auftrag des Tabakpr√§ventionsfonds durchgef√ľhrt. Es wurden 2'732 Kinder und Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren befragt.

[2] Studienerhebung: Werbung und Verkaufsf√∂rderung auf im Alltag zur√ľckgelegten Wegen: https://observatoire-marketing-tabac.ch/de/im-alltag-zuruckgelegte-wege