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2. Januar 2022 12:59

Was strengere Tabakwerbeverbote f├╝r die Wirtschaft bedeuten

Dass Rauchen hohe Gesundheitskosten verursacht, ist unbestritten. Weniger klar ist, wie hoch die wirtschaftlichen Kosten im Vergleich zum Nutzen ausfallen. Eine Sch├Ątzung des Bundes hilft den Bef├╝rwortern.

Was strengere Tabakwerbeverbote f├╝r die Wirtschaft bedeuten

Dass Rauchen hohe Gesundheitskosten verursacht, ist unbestritten. Weniger klar ist, wie hoch die wirtschaftlichen Kosten im Vergleich zum Nutzen ausfallen. Eine Sch├Ątzung des Bundes hilft den Bef├╝rwortern.

SRF, Sonntag, 02.01.2022, Autorin: Larissa Rhyn

Tabakwerbung soll keine Minderj├Ąhrigen mehr erreichen: Das verlangt eine Initiative, ├╝ber die im Februar abgestimmt wird. Die Gegner warnen, diese Einschr├Ąnkung w├╝rde ┬źgrossen wirtschaftlichen Schaden┬╗ anrichten. Die Bef├╝rworter halten dagegen, Rauchen schade der Wirtschaft deutlich mehr als Werbeverbote ÔÇô und erhalten f├╝r ihre Argumentation Unterst├╝tzung vom Bund. Dies, obwohl der Bundesrat gegen die Initiative ist.

Gegner warnen vor gef├Ąhrdeten Arbeitspl├Ątzen

Mitte-Nationalrat Philipp Kutter, der im Nein-Komitee sitzt, bem├Ąngelt: ┬źDie volkswirtschaftlichen Kosten sind vom Bund zu tief berechnet worden, beispielsweise in Bezug auf die Steuereinnahmen.┬╗ Die H├Âhe m├Âglicher Steuerausf├Ąlle ist umstritten, klar ist jedoch, dass ein Punkt nicht in die Sch├Ątzung eingeflossen ist: Sponsorings durch die Tabakunternehmen. Sie w├╝rden durch strengere Regeln mindestens teilweise verhindert.

Das BAG teilt auf Anfrage mit, es l├Ągen keine Zahlen zum heutigen Umfang des Sponsorings vor. Ausf├Ąlle von Werbeeinnahmen sind hingegen in der

Die Gegner der Initiative warnen auch vor einem Verlust von Arbeitspl├Ątzen in der Tabakbranche. Flavia Wasserfallen, die im Initiativ-Komitee sitzt, h├Ąlt dagegen: ┬źAlle Entwicklungen, die in Richtung einer tieferen Raucherquote gehen, haben gezeigt, dass man nicht nur Kosten einsparen kann, sondern auch neue Arbeitspl├Ątze entstehen.┬╗

An der Produktion und Vertrieb von Tabakprodukten h├Ąngen in der Schweiz rund 4600 Arbeitspl├Ątze. Die Autoren einer Studie, die das BAG in Auftrag gegeben hat, rechnen damit, dass sich nach der Einf├╝hrung strikterer Werbeverbote viele Arbeitspl├Ątze in andere Branchen verschieben w├╝rden. Dies, weil das Geld statt f├╝r Zigaretten andernorts ausgegeben w├╝rde.

Auch Gegenentwurf will Werbung einschr├Ąnken

Die Initiative ist nicht der einzige Weg, Tabakwerbung einzuschr├Ąnken. Das Parlament hat einen Gegenentwurf beschlossen, der n├Ąchstes Jahr in Kraft tritt. Damit d├╝rften die Unternehmen beispielsweise nicht mehr mit Plakaten werben, aber weiterhin Inserate in der Presse schalten.

Der Bund rechnet damit, dass auch der Gegenentwurf einen positiven wirtschaftlichen Effekt hat. Dieser wird auf 200 bis 500 Millionen Franken pro Jahr gesch├Ątzt ÔÇô und w├Ąre damit gem├Ąss BAG tiefer, als bei der Initiative.